Der Mond und das Keksrezept



Am 20. Mai, am Tag meines DJane-Debüts, blicke ich in den klaren Nachthimmelhimmel:

Der Mond ist ein prächtiger Keks!
So groß, dass sich der hiesige Begriff "Laible" mehr aufdrängt.

Muskatiges Zimtgrinsen, fein eingebettet in buttrigen Mürbteig, schwebt dort droben, frühsommerliche Blütendüfte umkringeln zarte Tangoklänge aus dem Riedl'schen Wohnzimmer.
Ich sitze auf der Gartenbank, esse einen meiner DJ-Honorar-Kekse. Der Maulwurfschreck möööpt.

"Wenn ich den Mond nicht sehe, existiert er auch nicht."
(Behauptet Nils Bohr.)

Ich sehe ihn!
Jetzt!
Eindeutig ein exorbitantes Laible!?
(Behaupte ich.)

„Die Welt entsteht erst durch Beobachtung (Messung) bzw. Bewusstwerdung derselben. Nach John von Neumann geschieht dies im Gehirn, was impliziert, dass bewusste Beobachter die Welt erschaffen. Wo es solche nicht gibt, existieren offenbar auch keine Elementarteilchen, mithin auch sonst nichts.“
(Peter Ripotas Notizen aus dem schwarzen Loch 139)

Ich besitze ein Gehirn.
Habe ich etwa den Mond so erschaffen?
Gelten diese Elementarteilchengesetze auch für den Mond?

Die Tanda ist gleich zu Ende.
Mit meiner Zigarette drücke ich die träumerischen Frühsommernachtsgedanken aus, stecke den herab geflatterten Zettel mit dem Keksrezept (siehe unten) in die Hosentasche.
Und der Mond ist einfach wieder der Mond.

Schad' eigentlich...

Herzliche Grüße und bis bald,
Manuela Bößel

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Gute-Laune-Kekse nach Hildegard von Bingen

(für Situationen wie im Artikel "Setz dich hin. Iss einen Keks.")

Zutaten:
150 g Butter
2 Eier
200 g brauner Zucker
1 Prise Salz
300 g Dinkelmehl
200 g geriebene Mandeln
2 gestrichene Esslöffel Zimt

1,5 gestrichene Esslöffel Muskatnuss (gerieben)
abgeriebene Zitronenschale
1 Teelöffel Backpulver

wenn magst, ein wenig Eigelb zum Bestreichen

So geht's:

Backofen vorheizen (200 Grad)

Die Butter direkt in der Rührschüssel via Mikrowelle schmelzen.
So weit abkühlen lassen, dass du dir deinen hineingetunkten Testfinger nicht mehr verbrennst.
Mit den 2 Eiern, dem Zucker und der Prise Salz gut verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Darf schön schaumig werden.

Die Gewürze und die abgeriebene Zitronenschale untermischen. Kosten! Riechen!

Die geriebenen Mandeln dazugeben und rühren.

Backpulver und Mehl mischen, dann nach und nach mit dem Teig  verkneten. Rührhaken am Mixer sind jetzt von Vorteil. So lange, bis sich alles gut verbunden hat und der Teig nicht mehr pappt.

Den Teig zu zirka handlangen, 2-3 fingerdicken Rollen würsteln, in Frischhaltefolie packen und knapp eine Stunde im Gefrierschrank ausruhen lassen. Dann lässt er sich ganz bequem zu etwa halbzentimeterdicken Scheiben schneiden.

Auf Backpapier anrichten. Platz dazwischen lassen, die Kekse gehen auf. Also besser mehrere Chargen zum Ausbacken planen.
Wenn magst, darfst sie noch mit Eigelb einpinseln und mit Mandelblättchen dekorieren.

6-8 Minuten bei 200 Grad backen.

Et voilà!
Wünsche guten Appetit!





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Kommentare

  1. Bin ich froh, dass wenigstens du nach dem Mond schaust. Ich hatte schon Angst, dass er demnächst verschwindet ...

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  2. Hast du dich in letzter Zeit vielleicht a bissele viel mit eigenartigen, mathematischen Theorien beschäftigt? Aber ich kümmer' mich weiter gern um's Mondschauen, das geht auch ohne Abitur ;) Falls er wirklich verschwinden sollte, geb ich dir Bescheid, ja? Dann wird's für mich doch Zeit, dein neues Buch zu lesen...
    Herzliche Grüße, Manu

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Aktualisiert am 15.10.19